29. März 2011
Bei meinem letzten Eintrag hab ich euch ja von der Frankfurter Flugschule Intercockpit erzählt und nachdem ich mit all den Flugschülern gesprochen habe, habe ich im Internet einfach mal nach fertigen Piloten gesucht, die bei dieser Schule ihre Lizenz gemacht haben.
Ich traf mich mit dem 25 jährigen Piloten aus Berlin in Rostock auf einen Kaffee. Dort erzählte er mir Dinge, die ich echt nicht für möglich gehalten habe. Er selbst hatte die typischen Probleme, dass er wochenlang nicht für Flüge geplant wurde und einfach nur zu Hause gammelte, weil er nicht mehr wusste, was er machen sollte oder dass sie dann plötzlich für 3 Monate nach Amerika mussten, obwohl das nie zur Debatte stand. Aber seinem Kollegen ist etwas viel blöderes passiert, er hat, um den Kredit abzahlen zukönnen, nebenbei bei Lufthansa Technik gearbeitet. Dort wurde ihm besonders viel Urlaub zugesprochen, aber natürlich musste er regelmäßig und pünktlich zur Arbeit kommen. Vor Asubldungbeginn hatte er sich mit dem Chef der Flugschule unterhalten und der verlieh ihm einen Sonderstatus. Er wird öfter und schneller als die anderen für Flüge geplant und kann auch spontan kommen. Leider lief das alles ganz anders und nun sitzt er schon fast 3 Jahre an der Ausbildung und ist drauf und dran. den Job bei Lufthansa Technik zu verlieren. Wenn dies der Fall ist, muss er nach seiner Ausbildung Insolvenz anmelden, da er dann kein Geld verdient.
Traurige Wahrheit! Und solche Dinge werden auf der Website und dem Gespräch natürlich verschwiegen.
Der Typ, mit dem ich mich getroffen hatte, hat leider noch keinen Job bei einer Airline gefunden, verdient sich aber ein bisschen Geld bei einem Flugsimulator dazu. Dort können auch “Normalsterbliche” mal das Vergnügen haben, in einem echten Simulator zu sitzen.
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15. März 2011
Neulich habe ich mir im Internet ein paar Flugschulen angesehen und mich ein bisschen informiert, weil ich einfach mal wissen wollte, wie die mittlerweile aufgebaut sind und wie die Konditionen sind. Da ich ja selbst auch an einer privaten Flugschule meine Lizenz gemacht habe, mussten meine Eltern einen Kredit aufnehmen um mir den Traum vom Fliegen verwirklichen zu können. Jedenfalls habe ich eine Flugschule gefunden, die es noch gar nicht all zu lange gibt und die auch Leuten ohne die Möglichkeit die Finanzierung über einen normalen Kredit das Fliegen lernen ermöglichen. Denn die Flugschule Intercockpit arbeitet zusammen mit der Frankfurter Sparkasse. Wenn man sich eine Berufsunfähigkeitsversicherung holt, dann kriegt man von der Sparkasse einen Kredit in Höhe der Ausbildung und die Sicherheit ist dabei kein Haus, oder ein Auto, sondern die Berufsunfähigkeitsversicherung. Klar, muss man sich dann dreimal überlegen, ob der Job den ganz Stress wert ist,wenn man sich aber dafür entscheidet, dann ist es eine tolle Sache. So sagt es zumindest die Theorie. Da ich mich von irgendwelchen Internetseiten nicht blenden lasse, habe ich mir einen Termin für eine ganz normale Besprechung mit der Marketingleiterin besorgt und bin letzte Woche mal hingefahren. Die Frau hat mir das blaue vom Himmel erzählt und ich war echt überzeugt, DIESE Flugschule ist die beste überhaupt.
Allerdings ließ ich es mir nicht nehmen, auch mal mit den Flugschülern selbst zu reden und siehe da, negative Dinge wurden von der Frau einfach übergangen. Dass die Jungs fast überhaupt keine Rechte laut Vertrag haben, ist schon ziemlich mies. Und dass die vorgegebene Ausbildungszeit von 1 ½ Jahren nicht eingehalten werden kann, ist noch schlimmer. Die Jungs müssen alle zwei Jahre nach Ausbildungsbeginn anfangen den Kredit zurückzuzahlen!
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26. Februar 2011
Hey ihr,
neulich schrieb ich ja von meiner Ausbildung. Die hab ich im Übrigen in Rostock gemacht, weil ich dort aufgewachsen bin. Dort waren auch einfach mehr Ausbildungsplätze vorhanden als in größeren Städten und da wir zum Abschluss dessen eine Empfehlung für die Ausübung unseres Berufes auf Großflughäfen bekamen, musste ich das unbedingt tun.
Während meiner Ausbildung waren meine Eltern viel auf Reisen. Das hieß für mich nicht “ja cool, sturmfrei”, sondern ich musste mich die ganze Zeit auf die Pilotenausbildung konzentrieren. Damit ich auch die vollen drei Jahre meine Ruhe hatte, waren meine Eltern dafür, dass ich ganz schnell selbständig werde und sollte mir dann erstmal ne eigene Bude suchen. Das hab ich dann auch gemacht und unter Immobilien Rostock erstmal ne gemütliche, sogar möblierte Wohnung ausgesucht.
Dann kamen auf mich etliche Schulungen, Gesundheitstest, Sprachtests und ne Menge mehr zu. Ganz zu schweigen von den Einheiten in den Flugsimulatoren. Am aufregendsten war für mich das Bewerbungsgespräch, weil ich dort auch noch ein Berufsmotivationsschreiben darlegen sollte. Klar, dass hatte ich natürlich schon vorbereitet. Ich wollte unbedingt Pilot werden. Doch als die drei Herren so vor mir saßen, kam ich mir vor wie ein kleiner Junge. Meine Noten und all das drum herum mit Abiturleistungen usw. hatte ich alles bestens abgeleistet. Mir war ja schon früh klar, was ich wollte und was die Ansprüche sind. Ein Glück, dass mich meine Eltern nicht nur finanziell unterstützen, sondern auch besonders vor Prüfungen für mich da waren, so dass mein Kopf völlig frei sein konnte.
Nur meine Freunde hab ich mit schlechtem Gewissen vernachlässigt und es sind mir echt nicht viele geblieben. Aber sowas war mir schon früher egal. Denn ich bin nen Typ, entweder zieht jemand mit mir mit oder er bleibt auf der Strecke. Ich bin in der Hinsicht nicht so ein emotioneller.
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17. Februar 2011
Hallo,
letztens war ich mit dem Flieger Richtung Australien unterwegs und es war echt bombastisch. Ich hab ja schon einige Langflüge hinter mir, aber nach Australien war ich noch nicht geflogen. Leider hatte ich diesmal kein längeren Aufenthalt, sondern musste mich für ein paar Stunden direkt im Hotel am Airport ausruhen, um dann wieder zurück über Singapur und London nach Berlin zurückfliegen zu können.
Für einen Piloten ist das Gefühl des Fliegens ganz anders als für die mitreisenden Passagiere. Während ich voller Verantwortung andauern die Instrumente checken muss, können die Reisenden die wunderschöne Aussicht wirklich genießen. Klar, vorne im Cockpit hab ich natürlich das beste und weiteste Panorama. Bei Langflügen sind die ersten Stunden immer ausschlaggebend wie der Rest des Fluges wird. Sind alle Passagiere wirklich gesundheitlich fit, solche langen Flugwege überdauern zu können. Meistens klappt alles.
Am schönsten ist die kurze Zeit, wenn man mal ne Pause hat und den Co-Piloten bzw. den Autopiloten fliegen lässt. Dann esse ich kurz was und träume nur so rum oder denke an frühere Zeiten. Am liebsten würde ich an den Orten mit ihren weißen Stränden, den Palmen und diesem warmen nicht zu heißen Temperaturen einfach hängen bleiben.
Dadurch, dass ich noch ziemlich oft unterwegs bin, hab ich natürlich wenig Zeit für andere Dinge. Vermissen tue ich am meisten meine Eltern und meine Freunde. Für eine Familie hab ich noch keinen Kopf. Schließlich möchte ich noch eine zeitlang fliegen können ohne schlechtes Gewissen. Später, wenn dann doch Kinder da sind, ist es ungünstig so oft lange wegzubleiben. Ich bin zwar nicht so sehr für Kinder, doch wenn sie da sind, kann sich das Gefühl auch ändern. Ansonsten steht für mich fest, dass ich solange ich kann, diesen Beruf ausführen werde. Vielleicht werde ich doch mal der Kurzstreckenflieger, aber im Moment ist es der schänste Beruf, den ich mir vorstellen könnte.
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3. Februar 2011
Hey,
ich bin Pilot und komme so an die schönsten Flecke der Erde. Ich sage bewusst Flecke, weil ich nicht diese ständigen Städteflüge innerhalb Europas der hauptsächlich arbeitenden Bevölkerung mache, sondern die Langflüge in die sonnigsten Gebiete. Klar ist das anstrengend. Doch meistens sind die Langflüge mit einem kurzen Aufenthalt versehen, so dass ich bereits schon fasst überall auf der Erde zu Besuch war.
Wenn ich an damals denke, wie ich als Kind mit Modellflugzeugen angefangen habe zu spielen. Ich hab nur damit gespielt, selbst in der Schule beim Malen konnte ich die aktuellen Modelle zeichnen. Meine Freunde fanden das irgendwie cool. Und die ganzen Ausstellungen über Flugzeuge hat meine Vater auch brav mit mir durchgestanden, denn es war nicht so sehr voller Begeisterung wie ich. Denn er war einer von denen, die ständig aufgrund ihres Berufes reisen mussten. Auch meine Mutter war von meinem frühen Wunsch Pilot zu werden nicht gerade angetan. Gut, sie dachte wahrscheinlich auch wieder nur an das, was es schlimmes über Unfälle in der Zeitung zu lesen gab.
Die Pilotausbildung war hart, zudem ich auch nicht mehr zu Hause wohnte. Ein Glück konnte ich die gleich nach meiner Schulzeit beginnen. Die Tests als Einstieg in diesen Beruf werden ja immer strenger. Mein Freund mit dem ich gleichzeitig die Schule abgeschlossen hatte, wollte jetzt Pilot werden, ist aber durch einen Teil der Prüfungen durchgefallen. Mir ist gar nicht mehr so bewusst weswegen genau. Ich glaube seine Sehstärke ist nicht die beste, obwohl er keine Brille tragen muss. Vorher hatte er seine Banklehre abgeschlossen und dachte, wenn er jetzt mal mutig ein neuen Berufsweg einschlägt, kommt er mal aus seiner Heimat raus.
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